Blastozystenkultur und Blastozystentransfer

Neue Erkenntnisse der frühembryonalen Entwicklung und bessere Kulturmedien haben es in den letzten Jahren ermöglicht, dass Embryonen bis zum Tag 5-6 in Kultur außerhalb der Gebärmutter gehalten werden können.

Die späte Übertragung (Tag 5) hat ohne Zweifel den Vorteil, dass die Entwicklung der Embryonen länger beobachtet und beurteilt werden kann.

Bei manchen Embryonen kommt es zu einem Entwicklungsstop, meistens weil das embryonale Erbgut im 4-8 Zell- Stadium nicht aktiviert wurde. Andere Embryonen zeigen in der Form Auffälligkeiten wie eine stärkere Zerklüftung, Fragmentierung oder einen deutlichen Größenunterschied der Zellen innerhalb der Embryos.

Die Entwicklung kann als normal gesehen werden, wenn am Tag 3 die Embryonen im 6-8-Zell Stadium sind oder am Tag 5 das Blastozystenstadium erreicht wurde (siehe Abbildungen). Allerdings entwickeln sich nur maximal 40 % der Embryonen bis zu einer Blastozyste. Damit ist auch erklärt, dass nur die Kultur von mehreren Embryonen und die anschließende Auswahl (Selektion) die Möglichkeit bieten, Embryonen mit hoher Einnistungsrate zu übertragen.

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Wir bieten in ausgewählten Fällen unseren Patientinnen die Auswahl von Embryonen nach längerer Vorkultur an.

Vorteile der verlängerten Embryokultur können in Abhängigkeit vom Lebensalter und vorausgehenden Transfers in der verbesserten Entwicklungsbeobachtung und Identifikation von Embryonen mit gutem Einnistungspotential liegen. Allerdings sind auch mit optimal entwickelten Embryonen und Transfer am Tag 3 vergleichbare Schwangerschaften zu erzielen. Bedingt durch die gute Eizell- und Embryonalqualität profitieren v.a. jüngere Frauen oft mehr vom Tag 3 Transfer in Verbindung mit der Kryokonservierung aller übrigen regulär befruchteten Eizellen.

Die Entscheidung für die verlängerte Kultur mit Identifikation von idealen Embryonen am Tag 5 ist daher immer sorgfältig zu prüfen. Vergleicht man die Ergebnisse des Deutschen IVF-Registers aus vergangenen Jahren, in denen kaum Tag 5 Transfers stattgefunden haben (www.deutsches-ivf-register.de) mit denen des Österreichischen IVF-Registers, wo seit jeher Embryonenselektion durchgeführt wird (www.bmg.gv.at), so sieht man nahezu keinen Unterschied in der Schwangerschafts- und Geburtenrate.

 

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