IMSI

Die Intrazytoplasmatische morphologisch selektierte Spermien Injektion ist eine Form der ICSI, die 2005 beschrieben wurde. Bei dieser Technik werden die Spermien für die ICSI unter einer 6000 fachen Vergrößerung ausgesucht (bei der herkömmlichen ICSI unter 400-facher Vergrößerung). Diese große Vergrößerung wird entweder über ein spezielles Mikroskop erreicht, oder über den Computer hochgerechnet und am Bildschirm dargestellt. Dabei liefert das Mikroskop ein präziseres und besseres Bild als das über den Computer generierte Bild. Als Argument für die IMSI wird angenommen, dass morphologisch (äußerliche Form betreffend) perfekte Spermien auch genetisch intakt sind und somit zu einer besseren Befruchtungsrate und erhöhten Schwangerschafts- Geburtenrate führen. Das ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Morphologisch auffällige Spermien können ebenso unter 400-facher Vergrößerung erkannt werden. Allerdings kann das Vorhandensein kleinerer Einschlüssen im Kopfbereich der Spermien nur mit der IMSI-Methode erkannt werden. Die Annahme aber, dass diese Einschlüsse einen negativen Einfluss auf die Befruchtung und spätere Embryonalentwicklung haben ist rein spekulativ und nicht erwiesen. Fakt ist, dass über 90% der menschlichen Spermien solche Einschlüsse aufweisen. Deren Natur ist unbekannt. Wenn bei einem so hohen Prozentsatz der menschlichen Spermien diese Einschlüsse beobachtet werden und man den Argumenten einiger Kinderwunschmediziner glaubt, dass diese Strukturen nachteilig für das Eintreten einer intakten Schwangerschaft sind, der Mensch nicht schon lange hätte ausgestorben sein müssen. Eine weitere Überlegung ist, dass die Befruchtungs- und Schwangerschaftsrate im normalen IVF (ohne ICSI), wo ja die Natur die besten Spermien für die Befruchtung selber aussucht viel besser sein müsste als bei der herkömmlichen ICSI unter 400-fracher Vergrößerung. Vergleicht man aber die Daten aus dem DIR (Deutsches IVF-Register), so ist kein signifikanter Unterschied zu erkennen.

Es ist zu vermuten, dass die Anwendung der IMSI eher von monetären als von medizinischen Überlegungen her gesteuert wird.

Die Anwendung der IMSI ist eine Privatleistung und wird von den Krankenkassen nicht mit finanziert. Die Preise schwanken von zusätzlichen 550-1000€ pro Behandlung. Viele Zentren umgehen die teure Anschaffung des Mikroskops (90 000,- €) und verfügen nur über die Computergesteuerte Vergrößerungsmöglichkeit (16 000,- €).

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