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Glossar

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Cervixfaktor

Der Gebärmutterhals (Cervix) produziert vor dem Eisprung den Cervixschleim, welcher für das Überleben und die weitere Fortbewegung der Spermien hilfreich ist.

EmbryoClue

Zu deutsch Embryonenkleber. Ist ein Embryo-Transfer-Medium das in besonderem Maße Hyaluronsäure enthält. Es soll die Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut fördern (Embryonen sollen in der Schleimhaut „festkleben"). Vorteile für die Einnistung sind wissenschaftlich nicht erwiesen.

Endometriose

Unter Endiometriose versteht man das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Bauchfell, Eierstock, Eileiter). Die Endometriose kann durch Verwachsungen eine tubare Sterilität verursachen, wird jedoch bei Sterilitätspatientinnen auch ohne Eileiterverschluß häufig beobachtet.

Fremdsamen

Bei vollständiger Zeugungsunfähigkeit des Ehemannes kann mit Fremdsamen eine Insemination durchgeführt werden. Als Fremdsamen dient die tiefgefrorene Samenprobe eines zeugungsfähigen Mannes (Samenspender), der auf infektiöse Krankheiten wie HIV, Hepatitis getestet wird.

HBA

Hyaluronsäure-Bindungs-Assay. Mit dieser Methode kann das Bindungsverhalten von Spermien an Hyaluronsäure (die unter anderem ein Bestandteil der äußeren Eizellhülle ist) überprüft werden. Nur ausgereifte Spermien können an Hyaluronsäure binden. Dieses Bindungsverhalten ist für eine erfolgreiche Befruchtung der Eizellen notwendig. Eine Auswahl intakter Spermien mit dem HBA soll damit möglich sein. Vorteile für die Schwangerschafts- und Geburtenrate sind auf Grund geringer Fallzahlen wissenschaftlich nicht erwiesen.

ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion)

Nach der Eizellgewinnung werden die Eizellen vorbereitet und unter mikroskopischer Sicht mit einer Haltepipette fixiert. Eine einzige Samenzelle wird in die dünne Injektionspipette aufgezogen, die Pipette in die Eizelle eingeführt und das Spermium in die Eizelle injiziert. Die weiteren Befruchtungschritte erfolgen wie bei der IVF.

ICSI - MESA

Die Spermien werden mittels mikroskopisch kontrollierter Aspiration operativ aus dem Nebenhoden entnommen. Die Entnahme erfolgt unter Vollnarkose. Die aus dem Nebenhoden gewonnene Probe wird noch im OP auf das Vorhandensein beweglicher Spermien kontrolliert. Diese können dann direkt zur Mikroinjektion verwendet oder eingefroren werden.

ICSI - TESE

Bei vollständigem Fehlen von Samenfäden in der gewonnenen Samenprobe können Spermien direkt aus dem Hodengewebe entnommen werden. Die Gewebeentnahme kann ambulant unter örtlicher Betäubung erfolgen. Anschließend wird die Gewebeprobe in unserem Labor aufgearbeitet und entweder sofort zur Mikroinjektion eingesetzt oder eingefroren.

IMSI

Die Intrazytoplasmatische morphologisch selektierte Spermien Injektion ist eine Form der ICSI, die 2005 beschrieben wurde. Bei dieser Technik werden die Spermien für die ICSI unter einer 6000-10 000 fachen Vergrößerung ausgesucht (bei der herkömmlichen ICSI unter 400-facher Vergrößerung). Vorteile für die Schwangerschafts- und Geburtenrate sind wissenschaftlich nicht plausibel nachgewiesen (z.T. unseriöse Arbeiten). Weitere Tests mit größeren Patientenzahlen sind notwendig.

Insemination

Bei der Insemination werden aufbereitete Samenzellen mit Hilfe eines dünnen Katheters in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Die Methode wird am Tag des Eisprungs durchgeführt.

IVF (In-vitro-Fertilisation = extrakorporale Befruchtung)

Bei der IVF werden der Frau Eizellen entnommen und außerhalb des Körpers kultiviert. Die Eizellen werden mit den Samenzellen des Mannes zusammengeführt. Einen Tag nach der Eizellgewinnung wird das Eintreten der Befruchtung geprüft. Die ersten Teilungen der Eizellen erfolgen in den nächsten 24 Stunden. Die Embryonen werden in der Regel 2 Tage nach der Eizellgewinnung in die Gebärmutter übertragen.

Kryokonservierung

In einem Zyklus ist die Übertragung von maximal 3 Embryonen erlaubt. Die restlichen befruchteten Eizellen können in dem sogenannten Vorkernstadium eingefroren werden. In dem Vorkernstadium ist die Samenzelle in die Eizelle schon eingedrungen, aber das weibliche und männliche Erbgut ist noch nicht vereinigt. Durch die Kryokonservierung und die damit verbundene Möglichkeit eines Kryoembryotransfers kann eine erneute Stimulation und Punktion vermieden werden. Nicht alle eingefrorenen Eizellen überleben jedoch das Wiederauftauen. Die Schwangerschaftsrate liegt ca. 5% niedriger als mit den frischen Eizellen/Embryonen.

Männliche Subfertilität

Das Ausmaß der eingeschränkten Zeugungsfähigkeit des Mannes kann sehr unterschiedlich sein, von der minimalen Einschränkung bis zur hochgradigen Beeinträchtigung.

Mehrlingsschwangerschaft

Eine Mehrlingsschwangerschaft tritt bei 15 - 20% aller IVF- bzw. ICSI-Schwangerschaften auf. Bei der Übertragung von 3 Embryonen berichtet das Deutsche IVF-Register von 15% Zwillingen und 4 - 5% Drillingen. Eine Drillingschwangerschaft bedeutet in jedem Fall eine Hochrisikoschwangerschaft, die durch eine Frühgeburt vor der 30. Schwangerschaftsswoche eine extreme Unreife der geborenen Kinder zur Folge haben kann.

Ovulation (Eisprung)

Das Heranreifen der Eizelle beginnt in dem Eierstock mit der Regelblutung. In der Zyklusmitte platzt das Eibläschen und die befruchtungsfähige Eizelle wird vom Fimbrientrichter des Eileiters aufgenommen. In dem natürlichen Zyklus reift meistens ein Eibläschen (Follikel) heran, in stimulierten Zyklen können sich auch mehrere Eizellen entwickeln.

PICSI

Eine Anwendung des HBA zur Auswahl reifer, intakter Spermien für die ICSI

Postcoitaltest

7-10 Stunden nach Geschlechtsverkehr wird das Überleben und die Beweglichkeit der Samenzellen in dem Gebärmutterhalsschleim untersucht.

Spermiogramm

Untersuchung einer Samenprobe auf Anzahl, Beweglichkeit, Fehlformrate und Überleben der Samenzellen. Häufig werden mikrobiologische Tests, biochemische Parameter der Samenflüssigkeit und biologische Eigenschaften der Samenzellen untersucht. Das Spermiogramm sollte nach den international gültigen Standards der WHO angefertigt werden und eine Aufbereitung beinhalten.

Spontanabort

Etwa 20 - 25% der Schwangerschaften enden in den ersten 3 Monaten. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Häufig handelt es sich um den natürlichen Selektionsmechanismus von genetisch abnormalen Embryonen. 

Stimulationstherapie

Die Stimulationstherapie kann das fehlende Heranreifen des Eibläschens fördern und auch eine gleichzeitige Entwicklung von mehreren Eibläschen bewirken. Letzteres ist das Ziel bei IVF oder ICSI. Zur Stimulation werden unterschiedliche Medikamente wie Tabletten oder Injektionspräparate eingesetzt.

Überstimulationssyndrom

Hierunter versteht man die Vergrößerung der Eierstöcke infolge der Stimulationstherapie, verbunden mit Wassereinlagerung in der Bauchhöhle, Aufblähung, Übelkeit und Atemnot. Eine stationäre Behandlung ist gelegentlich notwendig.

Vitrifikation

ultraschnelles Einfrieren von Zellen (Schockfrieren) unter Verwendung hochkonzentrierter Frostschutzmittel. Vorteile für die Vitalität sind für unbefruchtete Eizellen und Blastozysten wissenschaftlich erwiesen.