PID- allgemeine Informationen

Wir führen seit 2015 in unserer Praxis alle reproduktionsmedizinischen Maßnahmen für eine Präimplantationsdiagnostik in Kooperation mit dem Zentrum für Humangenetik und Labordiagnostik (MVZ) in Martinsried bei München durch. Dabei verfügen wir in unserem Zentrum mit einem eingespielten Team über langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet, da wir bereits die Polkörperchenbiopsie seit langem anwenden.

Was ist PID – Präimplantationsdiagnostik?

Darunter versteht man die Untersuchung auf Erbkrankheiten bei Embryonen (befruchtete Eizellen), die im Rahmen einer Hormonbehandlung und Eizellpunktion bei einer Frau entnommen und anschließend im Labor befruchtet wurden.

Bei diesem Diagnoseverfahren werden einzelne Zellen der Embryonen untersucht, bevor sie in die Gebärmutter eingesetzt werden. Die Zellen werden in einem sehr frühen Stadium der Zellteilung entnommen (Tag 5 nach der Befruchtung). In diesem frühen embryonalen Stadium spezialisieren sich die Zellen: Aus einem Teil entwickelt sich der eigentliche Embryo (Embryoblast), der zum Baby wird, aus dem anderen der Mutterkuchen (Trophoblast). In beiden Teilen sind sowohl väterliches als auch mütterliches Erbgut vorhanden. Für die Untersuchung werden vier bis acht Zellen ausschließlich aus dem Trophoblast entnommen.

Unter welchen Voraussetzungen ist eine PID erlaubt und möglich?

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist in Deutschland seit 2011 durch das Präimplantationsgesetz geregelt. Das Verfahren ist demnach erlaubt, wenn Eltern eine schwere Erbkrankheit übertragen könnten oder wenn bei ihnen das Risiko für eine Fehl- oder Totgeburt eines gemeinsamen Kindes erhöht ist, z.B.

  • bei Fehlgeburten infolge von Chromosomen- oder Genveränderungen bei einem Elternteil
  • bei Erbkrankheiten, die nur von einem Elternteil auf das Kind übertragen werden (dominanter Erbgang)
  • bei Erbkrankheiten, für die beide gesunde Elternteile eine Genveränderung in sich tragen und die nur dann beim Kind auftritt, wenn es die Genveränderung von beiden Eltern erbt (rezessiver Erbgang)

In der Regel werden Sie von Ihren betreuenden Ärzten (z.B. Frauenarzt, Genetiker oder Kinderarzt) darauf hingewiesen, ob eine PID für Sie als Behandlungsoption in Frage kommt.

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