PID – Voraussetzungen

Was wird benötigt für eine PID?

  1. Eine Untersuchung und Beratung durch einen Facharzt oder Fachärztin für Humangenetik. Der Arzt/die Ärztin prüfen, ob für den jeweiligen Fall eine Untersuchung technisch möglich und/oder medizinisch notwendig ist. Das Ergebnis dieser Untersuchung wird mit dem Antrag von der zuständigen Ethikkommission beurteilt.
  2. Ein PID Antrag, der von der zuständigen bayerischen Ethik-Kommission bewilligt wurde. Bewilligungen von anderen Ethik-Kommissionen werden nicht anerkannt. Das PID-Antragsformular und alle anderen Antragsunterlagen erhalten Sie zum Beispiel beim Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsdiagnostik in München-Martinsried oder als Download beim Staatsministerium für Gesundheit und Pflege erhalten.
  3. Die Durchführung in einem der dafür zugelassen PID-Zentren. In Bayern ist das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die zuständige Zulassungsbehörde. Unsere Praxis ist dafür seit 2015 zugelassen und kooperiert mit dem Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsdiagnostik in München-Martinsried (www.medizinische-genetik.de).

Was genau passiert bei einer PID?

Bei einer PID werden befruchtete Eizellen nach einer künstlichen Befruchtungsbehandlung am 5. Tag nach der Befruchtung genetisch untersucht. In diesem Stadium werden die Eizellen als Blastozysten bezeichnet. Vier bis acht Zellen werden dafür aus der Außenhülle der Eizelle entnommen, die so genannten embryonalen Trophoblastzellen.
Die Blastozysten werden im Anschluss an die Zellentnahme eingefroren. Wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen und nichts dagegen spricht, können die genetisch unauffälligen Embryos in die Gebärmutter eingesetzt werden.

Was passiert mit den befruchteten Eizellen, die nicht eingesetzt werden?

Embryonen, die bei der genetischen Untersuchung Auffälligkeiten zeigen, werden verworfen, gesunde Embryonen werden eingefroren und können zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut und der Mutter eingesetzt werden.

Wie teuer ist eine PID?

Die Leistungen umfassen Beratungen, Medikamente, die künstliche Befruchtung, Zellentnahme und Transport zum Labor, Gutachten der Kommission sowie Laborarbeiten. Sie variieren je nach Art des genetischen Befundes und Untersuchungsaufwand. Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab (Art der genetischen Auffälligkeit, Anzahl der zu untersuchenden Embryonen, Versicherungsstatus und ob eine Indikation für eine künstliche Befruchtung vorliegt) und müssen daher individuell für jedes Paar ermittelt werden.

Diese Kosten werden nur dann teilweise von den Krankenkassen übernommen, wenn eine medizinische Indikation für die Durchführung einer künstlichen Befruchtung vorliegt (zum Beispiel bei einer eingeschränkten Spermaqualität). In allen anderen Fällen zahlen die Krankenversicherungen nicht – weder die gesetzlichen, noch die privaten. Wir empfehlen aber in jedem Fall, einen Antrag auf Kostenbeteiligung zu stellen und unterstützen Sie dabei.

Wie lange dauert das Verfahren vom Antrag bis zum Ergebnis einer PID?

Der gesamte Prozess von Beratung über Antragstellung, Begutachtung und Durchführung bis zum Ergebnis der Untersuchungen kann vier bis acht Monate umfassen. Das liegt daran, dass allein die Entwicklung des individuellen Testverfahrens durch die Genetiker bis zu sechs Monate dauern kann.

Wie geht es nach der PID weiter?

Wenn es mithilfe der PID gelungen ist, Embryonen zu identifizieren, die frei von den untersuchten genetischen Auffälligkeiten sind und sich gut entwickeln, dann können diese in die Gebärmutter der Frau eingesetzt werden. Wenn daraus eine Schwangerschaft entsteht, sollten weitere diagnostische Maßnahmen erfolgen, um das Ergebnis abzusichern oder andere, zufällig aufgetretene genetische Veränderungen zu finden.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Seite: PID – Voraussetzungen der ivf Praxis Erlangen